Wann ist die beste Zeit zum fotografieren? Na wenn die Sonne scheint, werden nun die meisten denken und liegen damit auch nicht falsch. Für viele schöne Bilder und Erinnerungsfotos trifft das zu.
Für mich ist die beste Zeit zum fotografieren nachts! Warum das so ist, will ich gerne erklären:
Wenn man wo hinfahren will sind die Strassen leer, das spart Zeit und Nerven. Vor Ort kann man in Ruhe arbeiten, denn 98% der Menschen schlafen um diese Zeit
Es ist ja nachts nicht dunkel, sonst könnte man weder sehen noch fotografieren! Es gibt nur ein anderes Licht und dieses Licht macht andere Dinge sichtbar. Daher auch der Spruch „ unter anderem Licht betrachtet“ Also zeige ich nicht weniger die Realität, als ein Fotograf der tagsüber die gleichen Plätze aufsucht, sondern nur eben eine andere Realität.
Zum Verständnis muss ich ein bisschen ausholen. Das menschliche Auge ist so konstruiert, dass man bei abnehmender Helligkeit weniger Farben erkennt, das sehen von Kontrasten jedoch zunimmt. Dann sollte man vielleicht noch wissen, dass Dinge eigentlich keine Farbe haben, sondern deren Oberfläche lediglich so beschaffen ist, dass sie uns bei ausreichend und entsprechendem Licht, in der für uns gewohnten Farbe erscheinen. Eine Zitrone ist also nicht gelb! Nur unter dem von uns gewohnten Licht erscheint sie uns gelb, wer eine Zitrone mit unterschiedlich farbigem Licht bestrahlt, wird sich wundern was für bunte Zitronen es gibt! Und bei ganz wenig Licht sind Zitronen grau.
Bei einem unter Tageslicht entstandenem Bild, erwartet unser Auge/Gehirn, eine gewisse Schärfe und Detailabbildungstreue, quasi automatisch, denn wir sind durch unsere Erfahrungen konditioniert.
Eben diese Konditionierung kann man sich bei der Dunkelfotografie zu nutze machen, denn mit abnehmender Helligkeit vermisst unser Auge die Schärfe u. Detailtreue immer weniger und Elemente wie Atmosphäre und Stimmung können ungestört transportiert werden.
Reflektionismus, die Technik
Reflektionismus eben deshalb, weil wie oben erwähnt (warum sind Zitronen gelb) unterschiedliche Oberflächen das Licht unterschiedlich reflektieren. Während bei hellem Tageslicht fast jede Oberfläche auf ihre Weise, Licht reflektiert, tut sie dies zwar im Dunkeln (wenig Licht) auch noch, aber eben für uns kaum noch sichtbar.
Entsprechend diesem Umstand, muss der Fotograf, will er dann nicht nur schwarze Flächen, sondern Bilder produzieren, über umfassende Kenntnisse verfügen. Zum einen über das Reflektionsverhalten von Oberflächen, zum anderen über das Verhalten von Licht. Neben einem entsprechenden Maß an Theorie ist praktische Erfahrung gefragt; wer nicht bereit ist viele schlaflose Nächte zu opfern und trotzdem unzählige Misserfolge zu verkraften, sollte es lieber lassen. Allen anderen wünsche ich viel Spass.
November 8, 2007 um 4:19 |
*schmunzel, in einem Gespräch über lichtstarke Objektive erwähnte Michael kürzlich einen Fotografen, der seine Kamera auspackt, wenn andere ihre schon eingepackt haben, weil das Licht ausgegangen ist … da muss er Dich gemeint haben.
Wobei ein wenig gelb ist eine Zitrone schon, zumindest reflektiert sie gelbes Licht bevorzugt. Wenn nur blaues Lcht da ist erscheint sie natürlich blau
. Die Weiterführung des Gedankens dass bei zunehmender Dunkelheit Oberflächen und Strukturen anders zu wirken beginnen, finde ich sehr interessant.
lg Aebby
November 11, 2007 um 5:12 |
Hallo Aebby,
na ich weiss ja nicht wen der Michael sonst noch kennt?
Wg. der Oberflächen u. der Reflektionen >> meine Aregung dazu: „Hausfassaden bei nacht“
viel Spass!
kael
November 13, 2007 um 10:45 |
> Hausfassaden bei Nacht
grüße Aebby